Urnenabstimmung 25. Sept 2022: Auflösung Zweckverband Seewasserwerk

Kooperation oder Alleingang ?

Das Seewasserwerk (SWW) Stäfa-Männedorf-Oetwil lieferte zuverlässig Trinkwasser in hoher Qualität. Das wird sich auch nach der Abstimmung nicht ändern, egal wie die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger abstimmen!

Alle drei Gemeinden sind vom SWW abhängig. Männedorf bezieht 55% aus dem SWW, 45% von der Goldinger Quelle. Männedorf ist aus Sicht SWW aber nicht der Hauptkunde: Stäfa bezieht 44%, Oetwil weitere 18%. Männedorf ist zwar Standortgemeinde aber mit weniger als 40% deutlich in der Minderheit.

Die Form des Zweckverbandes ist recht alt und hat sich grundsätzlich bewährt. Eine Anschlussfinanzierung ist moderner, flexibel und in gewissen Fällen auch zielgerichteter, insbesondere wenn es sich um personalintensive Dienstleistungen zu Gunsten mehrerer Gemeinden handelt. Zum Beispiel führt Männedorf das Notariat für mehrere Gemeinden oder Meilen die Regionalpolizei. Ein Zweckverband wäre hier zu kompliziert und ineffizient. Hingegen sollten grössere gemeinsame Infrastrukturwerke auch den beteiligten Gemeinden gehören: KEZO, Gruppenwasserversorgung Zürich Oberland, Quelle Goldingen (auch hier sind Stäfa, Männedorf und Oetwil Teil des Zweckverbandes!), Infra Meilen-Uetikon und viele weitere. Bei gemeinsamem Besitz braucht es auch nicht Regeln bis ins letzte Detail, wobei unvorhergesehene Grossereignisse dann trotzdem nicht abgedeckt sind und auf die EigentümerinMännedorf zurückfallen würden (so wie der Trafobrand vor ein paar Jahren).

Dass die laufende Betriebsführung an eine Gemeinde delegiert wird und nicht jedes Detail durch eine Betriebskommission diskutiert werden soll, ist hingegen naheliegend.

Wie regeln das andere Gemeinden in der Region? Als Zweckverbände oder ähnlicher Konstrukte, bei denen alle Partner auch an den Werken beteiligt sind. Interessant ist auch der technische/ geographische Setup der Gruppenwasserversorgung Züri-Oberland: Diese bezieht für seine 14 Gemeinden von Pfäffikon, Wetzikon über Hombi bis Rapperswil Seewasser durch zwei Leitungen. Das eine Pumpenhaus steht in Männedorf, unmittelbar neben dem SWW, das zweite Pumpenhaus in Stäfa/Uerikon. Das Werk Müliholz steht auf Stäfner Boden. Sowohl Männedorf noch Stäfa beziehen von dort Wasser.

Weitere Infos: SSW: https://www.seewasserwerk-smo.ch, Goldingen: https://www.goldingen-meilen.ch (5 Gemeinden), Gruppenwasser Versorgung Züri Oberland (14 Gemeinden): https://gwvzo.ch 

Eidgenössische Vorlagen für den 3. März 2024